Polarisation der Aufmerksamkeit

5. Juli 2010

In der Polarisation der Aufmerksamkeit sieht Maria Montessori den Schlüssel zu ihrer Pädagogik. Polarisation der Aufmerksamkeit bedeutet hier schlicht, dass die Konzentration eines Kindes gesammelt werden soll, also dass das Kind sich ausschließlich auf eine Tätigkeit konzentriert und diese aufmerksam ausführt.

Die Polarisation der Aufmerksamkeit ist ein unbewusster Lernprozess. Das Kind übt eine Tätigkeit aus und verinnerlicht seine Handlungen dabei. Damit der Lernprozess optimal gefördert werden kann, ist es wichtig, dass dem Kind Material zur Verfügung gestellt wird, dass es anregt, sich sinnvoll zu beschäftigen. Maria Montessori entwickelte deswegen spezielles Material, das die Kinder unterhält und ihnen Spaß bereitet und sie dabei auch in ihrer geistigen oder körperlichen Entwicklung fördert.

Der Lernprozess gliedert sich in drei Phasen, die alle entscheidend für den Erfolg sind. Der erste Schritt besteht darin, dass das Kind Zeit und Platz hat, sich bewusst für ein Spielmaterial zu entscheiden. Erwachsene sollten sich nicht in diese Entscheidungsfindung einmischen. In der zweiten Phase versinkt das Kind in dem Spiel. Durch häufiges Wiederholen einer Tätigkeit in verschiedenen Variationen mit freiwilliger Konzentration ist der Lerneffekt besonders nachhaltig. In der letzten Stufe schließt das Kind durch eine Ruhephase den Prozess ab. Wichtig ist in allen Phasen, dass das Kind nicht von außen gestört oder gedrängt wird. Jedes Kind hat ein individuelles Tempo und eigene Vorlieben beim Lernen.

Die Besonderheiten der mathematischen sensiblen Phase

30. Juni 2010

Während einer sensiblen Phase fällt es einem Kind leichter neue Inhalte zu verstehen und zu erlernen. Es setzt sich in dieser Zeit ausschließlich mit Inhalten auseinander, denen es Interesse entgegenbringt. Die Pädagogik von Maria Montessori baut auf den sensiblen Phasen auf. Heute wird durch die Interessenunterschiede zwischen verschiedenen Zeitfenstern unterschieden. Eine der schwierigsten, jedoch auch bekanntesten sensiblen Phasen, ist die, in der sich das Kind überwiegend mit mathematischen Themen auseinandersetzt. In dieser Zeit fasst es zum Beispiel mathematische Verhältnisse, aber auch verschiedene Grundrechenarten sehr schnell auf. Sowohl Eltern als auch Erzieher und Lehrer müssen während dieser Zeit versuchen, das mathematische Interesse eines Kindes zu stillen.

Um dem Kind ausreichend Wissen zu vermitteln, sollte mit alltäglichen Begebenheiten gearbeitet werden. Kinder orientieren sich während der mathematischen sensiblen Phase vordergründig an alltäglichen Gegenständen, durch die sie versuchen die Zusammenhänge zu verstehen. Beginnt das eigene Kind beim Einkaufen mitzurechnen, sollten Eltern das Interesse mit mathematischen Montessori Materialien fördern. Rechenmaterialien stehen in verschiedener Form zur Verfügung und richten sich an verschiedene Interessengebiete und Entwicklungsschritte. Während der mathematisch sensiblen Phase sind die Vorkenntnisse des Kindes und ein wachsames Augen der Erwachsenen entscheidend. Kennt ein Kind Addition und Subtraktion bereits, ist zum Beispiel der Eintritt in die Multiplikation während der sensiblen Phase eine Möglichkeit.

Vorbereitete Umgebung bei Maria Montessori

28. Juni 2010

Die vorbereitete Umgebung, nach Maria Montessori, ist zentrales Element der Montessori-Pädagogik, ohne welches diese nicht denkbar wäre.

Es handelt sich um ein Konzept der Einrichtung und Gestaltung des kindlichen Lebens- und Arbeitsraumes in einer kindgerechten Weise. Stühle, Tische und Regale sind in Größe und Gewicht den Proportionen und Fähigkeiten von Kindern angepasst. Die vorbereitete Umgebung hat zudem einen Aufforderungscharakter. Arbeitsmittel und Materialien stehen in Augenhöhe, sind frei erreichbar aber begrenzt vorhanden, was die Fähigkeit des Kindes fördert, sich in einer Gruppe zu arrangieren und begrenzte Rohstoffe umsichtig einzusetzen. Ein weiteres Merkmal ist der bewusste Verzicht auf unzerbrechliche Gegenstände, denn wie soll ein Kind in einer Umgebung von unkaputtbaren Gegenständen den angemessenen Umgang und die Wertschätzung dieser Dinge lernen? Innerhalb dieser vorbereiteten Umgebung ist dem Kind die Wahl seines Arbeitsplatzes freigestellt, es kann sich Stühle, Tisch und dergleichen an einem beliebigen Ort positionieren. Dieser Vorgang erzeugt naturgemäß Geräusche und Bewegungen, die von den anderen Kindern als störend empfunden werden. Damit soll die Rücksichtnahme im täglichen Leben geschult werden, sowie die Fähigkeit sich selbstständig einen Arbeitsplatz einzurichten und diesen zu optimieren.

Dieses Konzept dient dazu, eine selbstständige Lebensführung in einer gegebenen Umwelt beizubringen und es so von der Führungsrolle des Erwachsenen zu lösen. Aufgabe der Erwachsenen ist die Verantwortung und Einrichtung der vorbereiteten Umgebung, dem Kind fällt die Pflege, der Erhalt seines Lebensraumes zu.

Das Montessori Spielmaterial

7. Juni 2010

Maria Montessori leitete mit der individuellen Pädagogik einen Umbruch bei der Erziehung und Bildung von Kindern ein. Basierend auf den praktischen Erfahrungen, die sie während ihrer Arbeit sammelte, entwickelte sie die heute bekannte Montessori Pädagogik. Sie basiert nicht nur auf der Nutzung der sensiblen Phasen, die jedes Kind durchlebt, sondern ebenso auf dem Einsatz speziellen Lernmaterials. Das Montessori Spielmaterial, das effektiv die Aspekte Spielen und Lernen miteinander verbindet, kommt bis heute bei dieser Erziehungsmethodik zum Einsatz. Es richtet sich an den natürlichen Drang des Lernens, durch den das Kind neuen Inhalten und verschiedenen Gegebenheiten offen gegenübersteht. Durch das Montessori Spielmaterial lernen Jungen und Mädchen spielerisch neue Inhalte kennen und verstehen.

Das Montessori Spielmaterial basiert auf den Grundlagen der Pädagogik, die durch die italienische Pädagogin und Ärztin vermittelt wurde. Ziel ist es, dass das Kind bei der Arbeit mit dem Material die eigenen Sinne einsetzt und dadurch individuellen Denk- und Ordnungsstrukturen entwickelt. Bis heute ist das Montessori Spielmaterial den traditionellen Strukturen treugeblieben. Das Angebot, das bei diesen Lernmaterialien zur Verfügung steht, reicht angefangen von Farbtafeln, die in verschiedenen Nuancen gehalten sind, bis hin zu Bausteinen. Die Bausteine müssen exakt vom größten zum kleinsten aufgebaut werden, wodurch Jungen und Mädchen Größenverhältnisse kennenlernen.

Maria Montessori Material

18. Mai 2010

Maria Montessori Material sind Materialien, die bei Kindern eingesetzt werden, die nach der Montessori Philosophie unterrichtet werden sollen. Dies ist heute in vielen Kindergärten und Grundschulen der Fall. Maria Montessori Materialien zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Kindern Spaß bereiten und ihnen gleichzeitig grundlegende Dinge lehren.

Angeboten wird heute eine Vielzahl von unterschiedlichstem Maria Montessori Material. Angefangen mit Perlenschnüren zum Erlernen von einfachen Rechenoperationen bis zu Weltkartenpuzzles aus großen Holzteilen, gibt es zu jedem Themenbereich, der mit der Montessori Pädagogik abgedeckt wird, ein ganzes Sortiment an passenden Hilfsmitteln. Die Themengebiete, die unterstützt werden sollen, sind Sinnesempfindungen, Sprachverständnis, Mathematik, die Welt und ihre Ordnung sowie alltägliche Dinge, die man im Leben braucht.

Das vorgefertigte Maria Montessori Material, das man in unzähligen Läden erwerben kann, ist von ausgezeichneter Qualität und sehr präzise gearbeitet, wodurch gewährleistet wird, dass der angestrebte Lerneffekt tatsächlich erzielt werden kann. Allerdings kann man auch abseits von den gekauften Sachen eigenes Maria Montessori Material herstellen. Vor allem wenn die Kinder in den Herstellungsvorgang mit einbezogen werden, haben sich danach noch mehr Motivation sich mit den gebastelten Dingen zu befassen. Hergestellt werden können zum Beispiel Tastkästen, also einfach zugeklebte Schuhkartons mit einem Loch im Deckel, die dann Reis, Steine und andere Dinge beinhalten. Durch das Tasten lernt das Kind, sich mehr auf seine Sinne zu konzentrieren und seinen Empfindungen zu vertrauen.